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Das Jahr 2007 hatte so gut angefangen. 12.000 Geburten mehr als im Vorjahr. Das frisch eingeführte Elterngeld beflügelte so manchen Kinderwunsch.
Viele versprachen sich von der neuen Familienpolitik eine höhere Geburtenrate. Doch der Familienreport 2009 zeigt, dass der kleine Baby-Boom 2007 wohl nur eine einmalige Erscheinung war. Im Oktober und November 2008 waren die Zahlen rückläufig und bei weitem nicht so positiv wie im Vorjahr.
Daraus lässt sich schließen, dass das Elterngeld, also der Erhalt von bis zu 67% des bisherigen Gehaltes der Väter oder Mütter, kein ausreichender Anreiz zum Kinderkriegen ist.
Wichtiger ist wohl eher eine Gewährleistung der anschließenden Betreuung der Kinder.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist grundlegender Bestandteil jeglicher Familienplanung. Besonders allein erziehende Eltern benötigen eine tägliche Betreuung für ihre Kinder. Da diese aber kaum gewährleistet ist, leben 40% der Alleinerziehenden von
Hartz IV. Das sind 660.000 Mütter und Väter und ihre rund 1 Million Kinder.
Der Familienreport beschreibt eine Umfrage, die besagt, dass 43% auf der Arbeitssuchenden dringend Betreuung für ihre Kinder bräuchten, aber nur 3% haben bei der Jobsuche entsprechende Betreuungsangebote bekommen.
Auch wenn der Wert von Familie, besonders in den Zeiten der Krise, wächst, ist dennoch nicht jeder bereit, dafür seine angestrebte Karriere aufzugeben.
Zwar sinkt die Zahl der Scheidungen seit 2005 kontinuierlich und auch die Anzahl der Single-Haushalte ist konstant geblieben, jedoch geht auch die Zahl der Eheschließungen immer weiter zurück, wenn auch nur gering.
Familienministerin von der Leyen sieht in einer von 1,33 auf 1,37 erhöhten Geburtenrate pro Frau zwar noch keinen Grund zum Jubeln, aber dennoch einen kleinen Lichtblick. Besonders in den Zeiten der Wirtschaftskrise sei das Wachstum der Familien erheblich wichtig.
Aber gerade in diesen Zeiten überlegen sich wohl einige, ob sie es sich leisten können, ihren Beruf aufgrund ihrerKinder für mehrere Jahre abzugeben oder gar ganz an den Nagel zu hängen. Da es aber immer noch nicht genügend Betreuungsangebote gibt, bleibt vielen nichts anderes übrig. Ist das Familienministerium dazu bereit, in diesem Punkt noch einiges nachzuholen, werden die für das Wirtschaftswachstum so wichtigen Geburtenzahlen auch wieder steigen.